Wer oder was bin ich eigentlich? ...Naja, ich denke, dass es mir sehr schwer fällt innere Stabilität zu finden.., vor allem in meinen Gefühlsleben..., ...wechsle ständig die Ebenen innerhalb vieler automatisierter „Rollen“, ...habe keine Persönlichkeit, bin eigentlich Nichts, nur luftleeres Vakuum, nichts Echtes... Ich orientiere mich stets an äußeren Umständen um Halt zu finden... (... ständig anders - immer neu - an die jeweilige Situation und dem Gegenüber „angepasst" ) , ...jedoch nicht bewusst oder berechnend – nein – vollkommen automatisch und unbewusst, nicht gewollt... Über diese „Identitätslosigkeit“ ärgere ich mich nur zu oft..., ...sie macht mich hilflos, orientierungslos und ängstlich. Ich bin ich ständig getrieben irgendwie, irgendwo bei irgendwem Halt zu finden. Doch kaum habe ich diesen Halt gefunden, bekomme ich auch schon Angst diesen verlieren zu können und ziehe mich zurück, ohne jemals das Wagnis eingegangen zu sein mich anzulehnen.

Sicherheit, Orientierung, Stabilität..., diese Dinge sind nicht nur verloren gegangen, sondern waren noch nie vorhanden... Und ich habe den Irrtum begangen, mich zu sehr abhängig zu machen von äußeren Umständen... Dies verschafft mir eine große innere Hilflosigkeit, welcher ich "scheinbar" ausgeliefert bin... , ...klar, nach außen war ich immer sehr eigenständig...., aber innerlich immer sehr haltlos, orientierungslos und instabil... , ...so habe ich mir viele Scheinsicherheiten aufgebaut.. Ich habe versucht innere Stabilität und Sicherheit zu erlangen, indem ich mich an äußeren Dingen orientiert habe... doch es gibt Momente, wo es mir bewusst wird, dass man im Leben eben nichts kontrollieren kann und all meine Sicherheiten nur ein "Traum" sind, um am Leben zu bleiben... aber ich brauche diese Scheinsicherheiten, um überhaupt einen Halt zu haben! Und manchmal kommt der Punkt, an dem mir bewusst wird, dass ich mich auf ganz dünnem Eis bewege, weil ich mich auf mich selbst nicht verlassen kann. Und dann ist nichts mehr greifbar...

Leere und Angst machen sich breit.... An solchen Tagen wird meine Todessehnsucht immer größer, ...an diesen Tagen kann ich mich selbst nicht mehr ertragen..., ...Hass dominiert meine Denken und Fühlen..., ...Hass auf mich selbst..., ...Hass auf meine Eltern, ...Hass auf mein emotional verpfuschtes Leben..., ...aber auch Angst..., ...Angst davor niemals anders leben zu können..., ....Angst vor diesem lebenslangen leiden, ...und so schwindet die Hoffnung auf ein normales Leben dahin...., ...die Hoffnung auf ein wenig Glück, Liebe und Geborgenheit....
Meinen Glauben an Liebe und Geborgenheit habe ich verloren, ja begraben....es ist für mich genauso schwer Liebe anzunehmen, wie Liebe zu geben. Ich bin eher so jemand der alles daran setzt, den Menschen zu vertreiben, der mir am meisten bedeutet. Ich habe einfach große Angst vor Nähe, vor Liebe, vor Vertrauen und vor der Bindung die entstehen würde, ...Angst vor meiner blinden Idealisierung eines Menschen, Angst vor dieser psychischen Abhängigkeit, Angst vor dem Gefühl ohne diesem „Jemand“ nicht mehr leben zu können, einem „Jemand“, der mit mir alles – wirklich alles – machen kann.

Ich bin einfach sooo müde. Ich habe das Gefühl, dass ich immer weniger im Stande bin irgendetwas zu ertragen, ob es nun von außen oder aus mir selbst kommt. Ich hab solche Angst vorm Leben, vor Zuneigung, vor Beziehungen und Abhängigkeiten, dass es immer unerträglicher wird - ich zerspringe fast, kann den Druck kaum mehr ertragen. Und gleichzeitig weiß ich doch auch, dass es auch sehr schöne Dinge gibt und was ich meinen Freunden und meiner Tochter antun würde....

.....

...Dass ich in solchen Augenblicken alles in Frage stelle, steht außer Frage. Aber was ist eigentlich danach? Vergessen, leidiges Vergessen? Verdammt, meine Gedanken sind wie ein Gewitter mit langen Donner und einem entladenden Blitz. Ich zittere innerlich und spüre wie alles immer unwirklicher wird, je angestrengter ich nachdenke. Ich habe vergessen, warum ich das hier angefangen habe. Und verdammt, ich habe es gewusst: Das ist der Grund, warum ich so etwas schon lange nicht mehr anfange - es führt immer ins Nichts, beantwortet keine Fragen. Es stellt sie zumeist nicht mal, zumindest nicht richtig, nicht so, wie sie in meinem Inneren ständig aufplatzen. Das hier frustriert mich. Ich mache eine stilistische Übung aus meinem Inneren, weil mir das Wesentliche, Berührende, Echte ständig entgleitet – ja, nicht mehr wichtig scheint.